Hobbyuhrmacher

Alle Hobbyuhrmacher und Uhrensammler sollten diese Informationen und Anleitungen zum Thema Uhrenreparatur Uhrenteile und Uhrmacherwerkzeug lesen oder herunterladen.

1.1 Aufgaben des Uhrmacher

Der Uhrmacher übt seinen Beruf vornehmlich in den Reparatur- und Servicewerkstätten des Uhrmacherhandwerks und des Uhrenhandels aus. Auch in der Uhrenindustrie ist der Uhrmacher als Qualitätskontrolleur, Reparateur und Anlernbeauftragter die wichtigste technische Fachkraft.

Dem Uhrmacher obliegt die Instandsetzung, Wartung und Installierung von Uhren, Uhrenanlagen und anderen Zeitmeßgeräten einschließlich ihrer Zusatzeinrichtungen und ihres Zubehörs.

Des weiteren fertigt er in Handarbeit Uhrenteile, Uhrenbaugruppen, komplette Uhrwerke und andere Zeitmeßgeräte einschließlich ihrer Zusatzeinrichtungen und ihres Zubehörs.

Als Uhren und Zeitmesser werden alle mechanischen, elektrischen, elektromechanischen und elektronischen Geräte bezeichnet, die den Ablauf der Zeit in ununterbrochener Folge, abschnittsweise oder periodisch messen und anzeigen. In der Regel sind darunter Uhren für den täglichen Gebrauch zu verstehen, angefangen bei der einfachen Gebrauchsarmbanduhr bis hin zur hochwertigen, mit Edelsteinen besetzten Schmuckuhr. Zur Gruppe der Gebrauchsuhren zählen ferner Wecker, Stil-, Stand- und Wanduhren. Dazu kommen Zeitmesser, wie sie beim Sport, in Labors, wissenschaftlichen Instituten und für die zeitliche Kontrolle von Produktionsabläufen im industriellen Bereich Verwendung finden.

Als Zubehörteile gelten u. a. Uhrgehäuse und alle sonstigen Bestandteile einer Uhr außerhalb des eigentlichen Uhrwerks. Von ihrer Funktion her dienen sie dem Schutz der empfindlichen Werkteile, einem speziellen Verwendungszweck, oder sie haben rein schmeckende Aufgaben. Aus der Vielzahl der aus Holz, Kunststoffen, Stahl, Messing oder Edelmetallen bestehenden Gehäuse, Uhrenarmbänder und sonstigen Zubehörteile ergeben sich für den Uhrmacher vielschichtige Aufgaben, die einen wesentlichen Teil seiner täglichen Arbeit ausmachen.

Unter Zusatzeinrichtungen versteht der Uhrmacher mechanische, elektrische und elektronische Bestandteile einer Uhr, die neben der Zeitmessung zusätzliche Aufgaben erfüllen. Bei der mechanischen Uhr sind das z. B. Weckeinrichtungen, Schlag- und Spielwerke. Die moderne Quarzarmbanduhr ist häufig mit Stopp- und Weckeinrichtungen, Rechnern, Datenspeichern oder einem Radioempfangsteil ausgestattet.

Ein weiteres Aufgabengebiet mit zunehmender Bedeutung ist das Restaurieren von historischen und antiken Groß- und Kleinuhren. Diese z. T. reich verzierten und phantasievollen Schöpfungen alter Uhrmacherkunst stellen in der Regel einen großen materiellen und kulturhistorischen Wert dar. Diese kleinen Schätze in ihrer ganzen Schönheit und historischen Genauigkeit zu erhalten, bedeutet für den Uhrmacher eine besondere fachliche Herausforderung.

Darüber hinaus plant, montiert und repariert der handwerklich tätige Uhrmacher Uhrenanlagen, wie sie als Werbeuhren in Geschäftshäusern oder Fabriken, auf Flughäfen und sonstigen öffentlichen Plätzen unserer Städte Verwendung finden.

Neben der beschriebenen Arbeit leistet der Uhrmacher noch ein Stück Entwicklungsarbeit. Aus seinem täglichen Umgang mit den Produkten der Uhrenindustrie und den für den Uhrenbau verwendeten Materialien ergeben sich Erfahrungswerte, die bei der Entwicklung neuer Uhrenwerke ihren entsprechenden Niederschlag finden.

Da in aller Regel der Uhrmacher einen Einzelhandelsbetrieb für Uhren, Gold- und Silberwaren mit der Werkstatt als integralem Bestandteil führt, muß der Uhrmacher auch Aufgaben übernehmen, die sich aus dem Wartungs- und Nachverkaufsservice für Schmuck ergeben. Die Grundlagen dieses Arbeitsgebietes ergeben sich aus der Verordnung über das Berufsbild und die Prüfungsanforderungen im praktischen und fachtheoretischen Teil der Meisterprüfung für das Uhrmacherhandwerk vom 17. April 1986.

1.2 Tätigkeiten des Uhrmacher

1.2.1 Allgemeine Tätigkeitsmerkmale
1.2.2 Ausübungs- u. Aufstiegsformen Fachliche Spezialtätigkeiten
       Spezialisierungsformen in Zusatzausbildung

1.2.1 Allgemeine Tätigkeitsmerkmale

Das heutige Arbeitsgebiet des Uhrmachers ergibt sich einerseits aus der technischen Vielfalt der Uhren und der im Uhrenbau verwendeten Werkstoffe und andererseits aus den Zusatzaufgaben, wie sie sich aus der Verordnung über das neue Berufsbild für das Uhrmacherhandwerk ergeben. Sowohl die notwendige, kontinuierliche Anpassung der Kenntnisse und Fertigkeiten an die technologische Entwicklung als auch die hinzugekommenen Aufgaben, wie das Restaurieren historischer Uhren und die Servicearbeiten im Schmuckbereich, erfordern ein hohes Maß an technischem Verständnis und eine besondere Anpassungsfähigkeit an den ständigen Wechsel der Aufgaben.

Der Uhrmacher verrichtet seine Arbeit meist in sitzender Stellung an einem für die präzise Feinarbeit konstruierten Werktisch. Die eigentliche Arbeitsfläche des Tisches ist an der Vorderseite mit zwei Stützen für die Unterarme versehen. Die dadurch erreichte Entlastung der Hände gewährleistet eine sichere Handhabung der Kleinwerkzeuge und eine genaue Ausführung der Arbeit. Griffbereit liegen auf der Arbeitsplatte die ständig benötigten Werkzeuge wie Lupe, Kornzangen (Pinzetten), Ölautomat, Staubbläser, Werkhalter und ein Satz kleiner Schraubendreher (Schraubenzieher). Die seltener benötigten Werkzeuge sind gut erreichbar und nach Verwendungszweck geordnet in zwei Schubladenreihen rechts und links des Werktisches untergebracht. Für den allgemeinen Gebrauch befinden sich in jeder gut eingerichteten Werkstatt u. a. eine Drehmaschine, eine Reinigungsmaschine für kleine Uhrwerke, eine Ultraschallanlage für die Reinigung von Groß- und Kleinuhren, Uhrgehäusen und Schmuck, eine elektronische Zeitwaage (Regulier- und Prüfgerät), ein Quarztimer für die Überprüfung und den Abgleich quarzgesteuerter Uhren, ein Prüfgerät für die Wasserdichtheitskontrolle und andere Prüf- und Meßgeräte für die Ermittlung elektrischer Werte.

Für die Arbeiten im Bereich des Demontierens, Montierens und Reparierens von Uhrwerken und Zubehörteilen stehen dem Uhrmacher nur selten Konstruktionspläne, Zeichnungen oder andere Unterlagen zur Verfügung. Allein seine Erfahrungen und sein geschultes Denkvermögen helfen ihm, konstruktive Zusammenhänge sowie die Logik mechanischer und elektronischer Einrichtungen schnell zu erfassen. Diese Fähigkeiten sind eine unabdingbare Voraussetzung für das Aufspüren von Fehlern in Uhrwerken und elektronischen Baugruppen. Der Erfolg seiner Arbeit hängt somit weitgehend davon ab, inwieweit er mechanische oder elektrische Störungen nach Ursache und Wirkung aufschlüsseln kann. Der Schwierigkeitsgrad einer Fehlersuche und die Durchführung der verschiedenen Arbeitsverfahren stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Größe des zu bearbeitenden Objekts. Uhren, deren kleinste Teile mit bloßem Auge nicht mehr überprüfbar sind, werden mit der Lupe betrachtet. Zum Greifen der Kleinteile benutzt der Uhrmacher eine Kornzange. Eine direkt strahlende Werktischlampe muß das staubfreie Arbeitsfeld gut ausleuchten.

Im Gegensatz zu den Instandsetzungsarbeiten benötigt der Uhrmacher für Anfertigungen von Wellen, Rädern, Hebeln, Platinen und anderen Werk- und Zubehörteilen entsprechende Zeichnungen oder Skizzen. Da diese weder in der Werkstatt vorhanden noch beziehbar sind, müssen diese Arbeitsunterlagen vom Uhrmacher selbst erstellt werden. Die dafür erforderlichen Formen und Maße entnimmt er entweder den Teilen, die mit dem zu ersetzenden Teil eine Funktionseinheit bilden, oder er errechnet sie aus den gegebenen Maßen des Uhrwerks.

Wegen der Unterschiedlichkeit der Reparatur- und Herstellungsarbeiten ist eine Teamarbeit in der Uhrmacherwerkstatt nur bei Anfall größerer und gleichartiger Auftragseinheiten sinnvoll oder realisierbar. Da dieses aber sehr selten der Fall ist, ist die Ausübung des Uhrmacherhandwerks in der Regel eine typische Einzeltätigkeit.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Uhrmachers ist nach wie vor die Instandsetzung und Reparatur von Groß- und Kleinuhrwerken sowie deren Zusatzeinrichtungen und ihres Zubehörs. Bevor ein Uhrwerk zerlegt wird, muß es auf mögliche Fehler und Funktionsstörungen untersucht werden, damit ihre Beseitigung in sinnvoller Reihenfolge mit den weiteren Arbeiten erfolgen kann. Nach der Fehlersuche im Bereich des Uhrwerks sind das Gehäuse und andere Bestandteile der Uhr auf Zustand und Schäden zu untersuchen. Mitunter ergeben sich daraus bereits Hinweise auf Störungen der Uhrwerkfunktionen, die zunächst noch unentdeckt geblieben sind. Sind diese Untersuchungen abgeschlossen, wird das Uhrwerk aus dem Gehäuse herausgenommen. Nach einem bestimmten System werden nun die einzelnen Baugruppen des Uhrwerks auf mögliche Störungen hin überprüft. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, besteht das mechanische Kleinuhrwerk aus sechs solcher Baugruppen: Antrieb, Laufwerk, Hemmung, Schwingsystem, Aufzug und Zeigerwerk. Der optischen Kontrolle folgt jetzt die Demontage des ganzen Werkes, wobei schadhafte Teile ausgewechselt werden. Handelt es sich bei dem Reparaturobjekt um eine ältere Uhr, so müssen die entsprechenden Ersatzteile in Handarbeit angefertigt werden. Nachdem alle erkennbaren Fehler beseitigt und die schadhaften Teile der Uhr ausgewechselt sind, werden das Werk und die Uhr gereinigt. Im Rahmen des jetzt folgenden Montagearbeiten erhalten die Lager- und Reibungsstellen, je nach Beanspruchung und Beschaffenheit des Materials, die entsprechenden Schmiermittel. Anschließend wird das Uhrwerk justiert, einer letzten Funktionskontrolle unterworfen und reguliert. Für die Endkontrolle eines mechanischen Kleinuhrwerks steht dem Uhrmacher ein elektronisches Prüfgerät zur Verfügung, welches ihm u. a. genauen Aufschluß über das Regulierverhalten der Uhr in den verschiedenen Lagen gibt. Die Endkontrolle einer quarzgesteuerten Uhr verläuft ähnlich, nur daß man hier nicht vom Regulieren, sondern vom Abgleichen spricht und daß diese Endkontrolle mit Hilfe eines Quarztimers durchgeführt wird.

Besondere Aufmerksamkeit ist schließlich dem Uhrgehäuse zu widmen. Häufig handelt es sich um wertvolle Schmuckobjekte aus Edelmetall mit integrierten oder angesetzten Goldbändern. Besondere Sorgfalt ist hier geboten, weil schadhafte Bandverschlüsse, abgenutzte Bandstege oder Bruchstellen im Gliederverbund des Bandes zum Verlust der gesamten Uhr führen können. Gleichzeitig müssen gefaßte Diamanten, Perlen oder andere Zier- und Schmuckelemente des Uhrgehäuses auf Sitzfestigkeit und Abnutzung überprüft werden. Die Beseitigung eventueller Schäden oder die Erneuerung einzelner Band und Gehäuseteile, Steinfassungen usw. erfolgt nach den Regeln des Hartlötens und der entsprechenden galvanischen und mechanischen Oberflächenbehandlung. Hierfür stehen in der Werkstatt die erforderlichen Einrichtungen zur Verfügung.

In den Werkstätten des Uhrmacherhandwerks werden Klein- und Großuhren gleichermaßen gewartet und instandgesetzt. Für jede Uhrenart aber werden Spezialwerkzeuge benötigt, die nach Bedarf ausgewechselt werden müssen. In größeren Werkstätten werden Uhrmacher je nach Neigung und Fähigkeit als Groß- oder Kleinuhrenspezialisten beschäftigt.

In zunehmendem Maße muß sich der Uhrmacher bei seiner Werkstattarbeit auf neue Technologien einstellen, bei denen ebenso neue Arbeitsverfahren zur Anwendung kommen. Bei den teil- oder vollelektronischen Uhren sind Instandsetzungsarbeiten im üblichen Sinne nicht mehr möglich. So beschränkt sich die Servicearbeit des Uhrmachers bei diesen Uhrentypen zunächst einmal auf die Ermittlung aller Störungsursachen. Elektronische Kontroll- und Meßgeräte helfen ihm, die komplizierten Schalt- und Steuervorgänge in den elektronischen Uhren zu überprüfen und Fehler ausfindig zu machen. Erweist sich ein Bauteil als nicht mehr funktionsfähig, so wird es in der Regel ausgetauscht. Eingelötete Elemente werden zu diesem Zweck mit Hilfe des Lötkolbens gelöst und ausgetauscht.

Neben seinen uhrenspezifischen Fertigkeiten und Kenntnissen besitzt der Uhrmacher eine solide Ausbildung in der Werkstoffbearbeitung. Sie umfaßt nahezu alle Methoden der Stahl- und Metallbearbeitung. Er versteht es, ebenso mit der Feile umzugehen wie auch mit der Drehmaschine kleinste Wellen und Zapfen herzustellen, welche mitunter nicht stärker als ein Menschenhaar sind. Er bearbeitet im Rahmen der Ersatzteilfertigung Stahl, jede Art von Weichmetall, Kunststoffe und andere Werkstoffe. Metallische Verbindungen werden durch Verschrauben, Verstiften, Venieten, Kleben, Weich- und Hartlöten hergestellt. Für diese Arbeiten und für alle anderen Methoden der spanlosen und spanabhebenden Bearbeitung der Werkstoffe benötigt der Uhrmacher u. a. Klein- und Polierfeilen, viele Arten von Spann- und Fräswerkzeugen, Bohrer, Drehmeißel, Senker, Bohr- und Drehmaschine. Hinzu kommen Meß- und Prüfwerkzeuge, wie sie auch in anderen feinwerktechnischen Berufen Verwendung finden.    zurück nach oben



1.2.2 Ausübungs- und Aufstiegsformen, fachliche Spezialtätigkeiten

Als Mikromechaniker ist der Uhrmacher in fast allen feinwerktechnischen Berufen gefragt. Seine Kenntnisse und Fertigkeiten auf den Gebieten der Feinmechanik, Elektrotechnik und Elektronik befähigen ihn, dort tätig zu sein, wo mechanische, elektrische oder elektronische Zähl- oder Registriergeräte hergestellt, gewartet oder repariert werden. Hierzu gehören u. a. Meß-, Prüf-, Regel- und Zählgeräte, wie sie vornehmlich in der Gas-, Strom- und Wasserwirtschaft Verwendung finden.

Uhrmacher in der Industrie
Durch die Automatisierung in weiten Teilen der Uhrenindustrie ist der Uhrmacher zum Spezialisten aufgestiegen.
Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in der Eingangskontrolle zu verarbeitender Uhrenteile, der Endkontrolle fertiger Uhren, der Reparatur schadhafter Zeitmesser, der Arbeitsorganisation für seine angelernten Mitarbeiter und dem Einarbeiten von Hilfskräften. Seiner Neigung entsprechend spezialisiert er sich in der Regel auf die Fertigungsbereiche von Klein- oder Großuhrenherstellern. Doch auch Werke-, Zifferblätter- und Gehäusehersteller benötigen Uhrmacher für Konstruktionsarbeiten und Qualitätskontrollen.

Furniturist
Im Uhrenfumiturenhandel (Ersatzteilhandel) werden ausgebildete Uhrmacher in leitender Position beschäftigt. Von ihrer Ausbildung her verfügen sie über die nötigen Kenntnisse, um die gehandelten Ersatzteile nach Funktion und Markenzugehörigkeit bestimmen zu können. Bei den Betrieben des Furniturenhandels handelt es sich meistens um Großhandelsunternehmen der Uhren- und Schmuckbranche, die neben einer Furniturenabteilung noch Abteilungen für Maschinen, Werkzeuge, Uhren und Schmuck unterhalten. Der Furniturist hat also viele Möglichkeiten, über seinen eigentlichen Tätigkeitsbereich hinaus, in der einen oder anderen Abteilung Spezialaufgaben zu übernehmen. Hier bietet sich als besonders interessantes Gebiet die Arbeit in der Werkzeug- und Maschinenabteilung an.

Betrieblich bedingte Spezialtätigkeiten
Uhrmacherwerkstätten als reine Handwerksbetriebe sind sehr selten. In der Regel sind sie ein integrierter Bestandteil der Fachgeschäfte für Uhren, Schmuck und Zeitmeßtechnik. Etwa 80 % aller nichtselbständigen Uhrmacher finden hier ein Auskommen. Die berufsspezifischen Tätigkeitsfelder in Handel, Handwerk und Industrie garantieren dem strebsamen Uhrmacher eine hohe berufliche Mobilität und regionale Unabhängigkeit. Seine Chancen in mikromechanisch tätigen Unternehmen sind ebenso hervorragend zu bewerten wie in Betrieben der Schwachstrom- und Unterhaltungstechnik.

Uhrenfachberater
In mittleren und größeren Fachgeschäften wird der erforderliche Arbeitsablauf von Reparaturen in der Werkstatt häufig durch die Tatsache gestört, daß neben der reinen Reparaturarbeit auch die Erstellung von Kostenvoranschlägen, Preiskalkulationen und die damit verbundene Kundenberatung anfällt. Betriebe mit hohem Reparaturaufkommen umschiffen diese Klippe, indem sie flexible und kontaktfreudige Uhrmacher als Uhrenfachberater nur für die Beratungstätigkeit im Kundenverkehr einsetzen. Diese übernehmen, ähnlich wie im Kraftfahrzeughandwerk, die mit jeder Auftragserteilung verbundenen Vorarbeiten.     zurück nach oben


Spezialisierungsformen durch Erlernen besonderer Fertigkeiten und Kenntnisse in Zusatzausbildung

Fachverkäufer im Uhren- und Schmuckeinzelhandel
In vielen Fachbetrieben wird dem Uhrmacher Gelegenheit gegeben, neben der Ausübung seines Handwerks Erfahrungen im Verkauf von Uhren und Schmuck zu erwerben. Von dieser Möglichkeit sollte besonders dann Gebrauch gemacht werden, wenn die Absicht besteht, später ein Einzelhandelsgeschäft in der Uhren- und Schmuckbranche als Geschäftsführer zu leiten oder ein eigenes Unternehmen zu gründen. Für eine erfolgreiche Geschäftsführung sind sowohl praktische Verkaufserfahrung als auch gute Warenkenntnisse unbedingt erforderlich.
Der Wechsel vom Werkstattuhrmacher zum Uhrenfachverkäufer läßt sich fast immer nach und nach vollziehen. je nach Interessenlage und beruflicher Absicht wird der Uhrmacher später selbst entscheiden, ob er ganz oder teilweise im Verkauf tätig sein möchte.
Das innerbetrieblich erworbene Grundwissen für den Uhrenfachverkäufer kann durch den Besuch der brancheneigenen Schule in Königstein/Ts. ergänzt werden.

Kombinationsformen zweier Ausbildungsberufe
Aus wirtschaftlichen Gründen und der artverwandten Feinwerktechnik entsprechend werden in kleinen Orten häufig das Uhrmacher- und das Optikerhandwerk in Kombinationsform ausgeübt. Für beide Berufe müssen die entsprechenden Ausbildungsnachweise erbracht werden, bevor der Kombinationsberuf in einem Betrieb ausgeübt werden darf.

Aufstiegsformen
Der Aufstieg innerhalb des Berufes ist bis zum Erwerb des Meistertitels geregelt.
Nach einer Ausbildungszeit mit Abschlußprüfung kann der Uhrmacher mehrere Jahre als Geselle/ Facharbeiter in einer nichtselbständigen Stellung tätig sein. Während dieser Zeit hat er Gelegenheit, seine Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen.
Zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung im Uhrmacherhandwerk dienen Vorbereitungslehrgänge an den Uhrmacherschulen oder Ausbildungszentren. In der Industrie werden Techniker der Fachrichtung Feinwerktechnik für das technische Mittelmanagement bevorzugt, wenn sie vorher Uhrmacher gelernt haben.

Werkstattleiter
Größere Werkstätten im Handwerk und in der Industrie werden in der Regel von einem Werkstattleiter geführt. Diesem obliegt u. a. die ordnungsgemäße Abwicklung aller eingehenden Aufträge bis hin zur Kalkulation des Abgabepreises. Er ist für die Arbeitsorganisation verantwortlich, erstellt Kostenvoranschläge und fungiert als Verbindungsmann zwischen Werkstatt und Verkauf. Er überwacht und ergänzt das Ersatzteillager und ist auch verantwortlich für die fachliche Unterweisung der Auszubildenden. Dafür ist die abgelegte Meisterprüfung erforderlich.

Geschäftsführer
Größere Betriebe und Filialgeschäfte des Uhren- und Schmuckeinzelhandels beschäftigen Uhrmachermeister mit entsprechender kaufmännischer Erfahrung als Geschäftsführer. Ein Geschäftsführer muß in der Lage sein, einen Einzelhandelsbetrieb auch mit angeschlossener Werkstatt selbständig zu führen. Dazu gehören u. a. ausreichende Warenkenntnisse für den Ein- und Verkauf sowie Fachwissen auf den Gebieten der Werbung, der Schaufenstergestaltung.

 

2. Ausbildung

2.1      Ausbildungsvoraussetzungen
2.1.2  Sonstige Voraussetzungen
2.2      Die Ausbildung
2.2.1  Ausbildungsdauer
2.2.2  Ausbildungsinhalt
2.2.3  Nachweise und Prüfungen
2.2.4  Ausbildungseinrichtungen


2.1 Ausbildungsvoraussetzungen
Für den anerkannten Ausbildungsberuf Uhrmacher ist gesetzlich keine bestimmte Schulbildung als Zugangsvoraussetzung vorgeschrieben. Die betrieblichen Einstellungsbedingungen sind allerdings unterschiedlich.


2.1.2 Sonstige Voraussetzungen
Förderlich für eine erfolgreiche Ausbildung sind gute Leistungen in den Fächern Deutsch, Physik und Mathematik.
Besondere Anforderungen werden an die Sehfähigkeit gestellt. So sollte ein Lehrstellenbewerber über eine ungeschwächte Sehkraft verfügen. Korrigierbare Sehfehler jedoch sind nicht berufsausschließend.
Neben einer leichten Auffassungsgabe, Geduld und Ausdauer sollte er ein ausgeprägtes Verständnis für technische und physikalische Vorgänge besitzen. Femer benötigt er für die Arbeit an kleinen und kleinsten Uhren und Zeitmeßgeräten geschickte, ruhige Hände, feines Tastempfinden für Feinstellarbeiten an Hemmungen und Spiralen und die Fähigkeit zu andauemder Aufmerksamkeit.
Krankheiten der Atmungsorgane, der Arm- und Handgelenke sind berufsausschließend. Wer unter Schweißbildung an den Handflächen leidet, sollte sich einer ärztlichen Behandlung unterziehen, weil feuchte Hände auf den Werkzeugen und Stahlteilen der Uhren Roststellen hinterlassen.
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2.2 Die Ausbildung

2.2.1 Dauer
Die Ausbildung zum Uhrmacher erfolgt in den Ausbildungsbetrieben des Uhrmacherhandwerks, der Uhrenindustrie oder an den Berufsfachschulen.
Gemäß der Verordnung über die Berufsausbildung zum Uhrmacher vom 9. April 1976 (Bundesgesetzblatt I S. 1013) beträgt die Ausbildungszeit drei Jahre. Eine Anrechnung einer berufsfeldbezogenen Vorausbildung an den allgemeinbildenden Schulen (Berufsgrundbildungsjahr) erfolgt für den Monoberuf Uhrmacher nicht.
Eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist im Rahmen der gesetzlichen Regelungen möglich.
Im Bereich der dualen Ausbildung wird zwischen dem Ausbildungsbetrieb, dem gesetzlichen Vertreter des Auszubildenden und dem Auszubildenden selbst ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Dieser sieht u.a. eine dreimonatige Probezeit vor.  zurück nach oben


2.2.2 Inhalt
Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:
1.   Ausbildungsbetrieb und seine Organisation
2.   Arbeitsschutz und Unfallverhütung, Umweltschutz
3.   Technisches Zeichnen
4.   Werk- und Hilfsstoffe
5.   Uhrmacherwerkstoffe
6.   Aufbau und Funktionen mechanischer, elektrischer und elektronischer Uhren
7.   Werkstoffbearbeitung und Verbindungstechniken
8.   Drehen und Bohren mit der Uhrmacherdrehmaschine
9.   Schleifen der Werkzeuge
10. Pflegen und Instandhalten der Werkzeuge, Maschinen und Meßgeräte
11. Zerlegen und Zusammensetzen mechanischer, elektrischer und elektronischer Klein- und Großuhren
12. Ermitteln und Einsetzen der Werk- und Ersatzteile
13. Setzen fertiger Werke in Uhrgehäuse
14. Herstellen und justieren von Aufzugteilen
15. Zusammensetzen und justieren periodischer Schwingsysteme und Hemmungen
16. Arten, Eigenschaften und Anwendung elektrischer Meßgeräte
17. Prüfen elektrischer und elektronischer Bauteile und Baugruppen
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2.2.3 Nachweise und Prüfungen

Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildungszeit muß der Auszubildende ein Berichtsheft (Ausbildungsnachweis) führen. Es dient als Ausbildungsnachweis und stellt im Falle von Ausbildungsversäumnissen ein wichtiges Beweismittel dar. Die einzelnen Berichte müssen sowohl vom Ausbilder als auch vom Auszubildenden regelmäßig unterschrieben werden. Darüber hinaus müssen die Berichtshefte bei der Zwischen- und Gesellenprüfung vorgelegt werden.

Zwischenprüfung
Im zweiten Ausbildungsjahr ist eine Zwischenprüfung abzulegen. Sie soll Nachweis darüber erbringen, ob die im betrieblichen Ausbildungsplan ausgewiesenen Lernziele erreicht wurden.
Die Aufgabenstellung erfolgt bundeseinheitlich und schließt insbesondere folgende Sachgebiete ein:
1. Messen, Prüfen, Anreißen, Körnen
2. Feilen, Sägen, Biegen, Drehen und A-nwenden anderer Bearbeitungsverfahren von Hand
3. Arbeiten an Bohr- und Drehmaschinen

Abschlußprüfung
Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung. Es sind in insgesamt etwa 16 Stunden drei Arbeitsproben durchzuführen und eine schriftliche und eine mündliche Kenntnisprüfung abzulegen.
Die Prüfungen erstrecken sich auf die Fächer Technologie, Technische Mathematik, Technisches Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Für den schriftlichen Teil ist insgesamt von einem Zeitumfang von 41/2 Stunden, für den mündlichen Teil von höchstens 30 Minuten pro Prüfling auszugehen.
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2.2.4 Ausbildungseinrichtungen bzw. Ausbildungsgang
Im Uhrmacherhandwerk erfolgt die Ausbildung nach dem dualen System, das heißt, die praktische Ausbildung in den Betrieben wird durch eine Vermittlung der theoretischen Kenntnisse an den berufsbegleitenden Schule ergänzt. Der Ausbildungsrahmenplan für die betriebliche und der Rahmenlehrplan für die schulische Ausbildung sind zeitlich und sachlich aufeinander abgestimmt und bieten als bundeseinheitliche Regelung gute Voraussetzungen für ein optimales Ausbildungsergebnis.
Der Berufsschulunterricht erfolgt in der Regel an zwei Tagen in der Woche. In einigen Kammerbezirken und Bundesländern ist man allerdings zur Blockbeschulung übergegangen. Die zeitliche Gliederung der zu vermittelnden Lerninhalte wird für den Blockunterricht entsprechend variiert.
Vom Beginn der Ausbildung an werden in den Ausbildungsbetrieben nebeneinander Kenntnisse und Fertigkeiten sowohl der Grund- als auch der Fachausbildung vermittelt. Zu der Grundausbildung zählen insbesondere Kenntnisse und Fertigkeiten auf den Gebieten der Werkstoffbearbeitung, der Werkzeughandhabung und des Zeichnens.
Die fachspezifische Ausbildung beginnt mit Reparatur- und Anfertigungsarbeiten im Wecker- und Großuhrenbereich. Nach und nach werden dem Auszubildenden dann immer kleinere Uhrenteile zur Bearbeitung übergeben.
In Ergänzung der schulischen und betrieblichen Ausbildung werden dem Auszubildenden in zentralen Ausbildungseinrichtungen des Handwerks überbetriebliche Schulungskurse angeboten.
Das Uhrmacherhandwerk kann auch an einer der nachfolgend aufgeführten Berufsfachschulen im Vollzeitunterricht erlernt werden:

Staatliche Berufsfachschule für Uhrmacherei, Feinmechanik, Elektro und Funktechnik
Baumannstraße 38 und 13, 78120 Furtwangen
T: 07723-9301-0, F: 07723-930129

Berufsfachschule für Uhrmacher an der Staatlichen Gewerbeschule für Nachrichten-, Feinwerk- und Zeitmeßtechnik
Hermelinweg 8, 2000 Hamburg 72

Goldschmiede- und Uhrmacherschule Pforzheim
St.-Georgien-Steige 65, 75175 Pforzheim
T: 07231-392531, F: 07231-392121
eMail: info@goldschmiedeschule.de
http://www.goldschmiedeschule.de/

Staatliche Feintechnikerschule Schwenningen a. N.
Rietenstraße 9, 7730 Villingen-Schwenningen

Die Finanzierung der Ausbildung an den Berufsfachschulen regelt sich nach den gesetzlichen Bestimmungen im Rahmen der staatlichen Förderungsmaßnahmen.

2.3 Weiterbildung

Uhrmachermeister
Fachverkäufer, Geschäftsführer und Geschäftsinhaber
Techniker
Restaurator
Hochschul- bzw. Fachhochschulstudium


UHRMACHERMEISTER
Nach einer Gesellentätigkeit von drei bis fünf Jahren kann der Uhrmacher die Meisterprüfung im Uhrmacherhandwerk ablegen. Zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung werden von den Handwerkskammem im Zusammenwirken mit den Innungen und Landesinnungen Vorbereitungskurse durchgeführt, deren Lerninhalte sich auf alle Teile der Meisterprüfung beziehen. Die fachlichen Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung werden in Vollzeitform durchgeführt.

Daneben kann sich der Uhrmacher auch an den nachfolgend aufgeführten Berufsfachschulen oder zentralen Ausbildungsstätten des Handwerks auf die Meisterprüfung vorbereiten:

Staatliche Gewerbeschule für Nachrichten-, Feinwerk- und Zeitmeßtechnik
Hermelinweg 8, 22159 Hamburg, Fax: 040-428814710
Die schulische Vorbereitung auf die Meisterprüfung dauert neun Monate und umfaßt alle vier Hauptteile. Der Fachschulunterricht wird in Vollzeitform durchgeführt.

Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim (Meisterabendschule für Schmuck- und Uhrenberufe)
St. Georgensteige 65, 75175 Pforzheim, Tel: 07231-392532
Beginn der Vorbereitungskurse auf die Teile I-IV im März in den Jahren mit geraden Zahlen. Die Meisterprüfung findet im Oktober des darauffolgenden Jahres statt.

Staatliche Feintechnikschule Schwenningen
Rietenstraße 9, 78054 Villingen-Schwenningen, Tel: 07720-8334-0
Die Vorbereitungslehrgänge beginnen jeweils nach den Sommerferien in Baden-Württemberg und dauem 10 Monate.

Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Hildesheim
Aus- u. Fortbildungszentrum Uhren, Schmuck Zeitmeßtechnik,
Braunschweiger Straße 53, 31134 Hildesheim, Tel: 05121-162-0, Fax: 05121-57659
Es werden jährlich zwei Vollzeitlehrgänge durchgeführt, die alle vier Teile der Meisterprüfung umfassen. Beginn der Vorbereitungslehrgänge jeweils Januar/Februar und Juni/Juli. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung ist eine dreijährige Gesellenzeit (SS 12, 13 und 14 der Meisterprüfungsordnung).

Ausbildungszentrum für das Uhrmacherhandwerk - Meisterschule
Rennwege Ring 3, 97070 Würzburg, Tel: 0931-30908-0, Fax: 0931-30908-53
In 16 Wochen wird an dieser Schule auf die Meisterprüfung vorbereitet. Der Lehrplan beinhaltet Theorie und Praxis unter besonderer Berücksichtigung der Fächer elektronische Uhren, Restaurierung von antiken Groß- und Kleinuhren, Hartlöten und Galvanotechnik.


FACHVERKÄUFER, GESCHÄFTSFÜHRER und GESCHÄFTSINHABER
Für diese Personengruppen gibt es fachspezifische kaufmännische Weiterbildungslehrgänge in den Bereichen Untemehmensführung, Marketing, Werbung, Schaufenstergestaltung, Verkauf und Produktkunde im
"Förderungswerk Königstein", Altkönigstraße 9, 61462 Königstein/Ts., Tel: 06174-4041


TECHNIKER
Die Zusatzausbildung für Uhrmacher zum Techniker und weiter bis zur Erlangung der fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife wird von folgenden Schulen angeboten:

Staatliche Gewerbeschule für Nachrichten-, Feinwerk- und Zeitmeßtechnik
Hermelinweg 8, 22159 Hamburg, Fax: 040-428814710

Staatliche Feintechnikschule Schwenningen
Rietenstraße 9, 78054 Villingen-Schwenningen, Tel: 07720-8334-0

Robert-gerwig-Schule
Am Engelsgrund 4, 78120 Furtwangen, Tel: 07723-9301-0, Fax: 07723-93010


RESTAURATOR im Uhrmacherhandwerk
Über die im Rahmen seiner Ausbildung erworbenen Grundkenntnisse und -fertigkeiten hinaus kann sich der Uhrmacher zum Restaurator für antike und historische Uhren weiterbilden. Die derzeitige Marktsituation sichert ihm als Spezialisten für diese Uhrengattung eine gute Existenz. Weiterbildungsmöglichkeiten werden von folgenden Ausbildungszentren und Schulen angeboten:

Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim
St. Georgensteige 65, 75175 Pforzheim, Tel: 07231-392532

Ausbildungszentrum für das Uhrmacherhandwerk
Rennwege Ring 3, 97070 Würzburg, Tel: 0931-30908-0, Fax: 0931-30908-53


STUDIUM an einer Fachhochschule oder Hochschule
Mit den entsprechenden schulischen Voraussetzungen (Fachhochschulreife oder Hochschulreife) ist auch das Studium der Ingenieurwissenschaften an einer Fachhochschule oder Hochschule möglich.

Das Verzeichnis "Einrichtungen zur beruflichen Bildung (EBB)", herausgegeben von der Bundesanstalt für Arbeit in Nümberg, erfaßt die vorgenannten und weitere Bildungsziele. Diese Übersicht kann bei den örtlichen Arbeitsämtern eingesehen werden.

Zum Thema Weiterbildung siehe auch 1.2.2.

3. Entwicklung und Situation

3.1    Berufslage
3.1.1 Entwicklung des Berufes
3.1.2 Berufsaussichten



3.1 Berufslage

3.1.1 Entwicklung des Berufes
Die Geschichte der Zeitmessung reicht bis in die Anfänge der Menschheit. Bis zum 13. Jahrhundert dienten die Primärelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde der Zeitbestimmung. Die ältesten bekannten Einrichtungen zur Zeitbestimmung sind die Sonnenuhren.
Mit dem Bau der ersten mechanischen Uhr, 1284 in Exeter (England), begann die eigentliche Geschichte der Uhrmacherei. Die ersten Uhrenbauer waren noch Schmiede und Schlosser.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden Uhren maschinell hergestellt. Das Uhrmacherhandwerk aber hat damit nicht aufgehört zu existieren. Mit dem wachsenden Ausstoß industriell gefertigter Uhren ist der Uhrmacher zu einem wichtigen Glied in der Kette zwischen Hersteller und Verbraucher geworden. Ohne seine Kenntnisse und Fertigkeiten auf den Gebieten der Mikromechanik, Elektrotechnik und Elektronik könnten die Serviceaufgaben im Bereich der Zeitmessung nicht erfüllt werden.
Nach einer stürinischen Entwicklung der Halbleitertechnik auch im Uhrenbau, die eine Massenprodu ' ktion von einfachen digitalanzeigenden Uhren zur Folge hatte, hat sich heute wieder die hochwertige und vom aktuellen Design geprägte Uhr den Markt erobert.
Entgegen allen Erwartungen hat auch die Quarztechnologie die mechanische Uhr nicht völlig verdrängen können. Heute gibt es im mechanischen Bereich wieder zahlreiche Neuentwicklungen, die zusammen mit den antiken und historischen Uhren eine starke Dominanz dieses Uhrentyps in den Werkstätten des Uhrmacherhandwerks ausmachen.
Neben ihrer Funktion als Zeitmesser hat die Uhr als Attribut der Mode eine große Bedeutung erlangt. Die Beherrschung der Uhrentechnik allein reicht also nicht aus, den Uhrenmarkt zu betreuen. Modische Aspekte, denen sich teilweise sogar die Technik unterzuordnen hat, spielen auch im handwerklichen Bereich eine bedeutende Rolle.
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3.1.2 Berufsaussichten
Das Uhrmacherhandwerk und der Uhren- und Schmuckeinzelhandel ergänzen sich. Durch den Uhrenhandel, der den Markt ständig mit neuen, modemen und technisch ausgereiften Uhrenmodellen versorgt, erhält das Uhrmacherhandwerk ständig neue zusätzliche Arbeit. Andererseits jedoch ist auch der Handel mit dem technischen Industrieprodukt Uhr auf Uhrmacher angewiesen, die für Wartung und Reparatur sorgen. So ist für beide Bereiche eine zukunftsträchtige Existenzbasis gegeben.

3.1 Berufslage

3.1.1 Entwicklung des Berufes
Die Geschichte der Zeitmessung reicht bis in die Anfänge der Menschheit. Bis zum 13. Jahrhundert dienten die Primärelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde der Zeitbestimmung. Die ältesten bekannten Einrichtungen zur Zeitbestimmung sind die Sonnenuhren.
Mit dem Bau der ersten mechanischen Uhr, 1284 in Exeter (England), begann die eigentliche Geschichte der Uhrmacherei. Die ersten Uhrenbauer waren noch Schmiede und Schlosser.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden Uhren maschinell hergestellt. Das Uhrmacherhandwerk aber hat damit nicht aufgehört zu existieren. Mit dem wachsenden Ausstoß industriell gefertigter Uhren ist der Uhrmacher zu einem wichtigen Glied in der Kette zwischen Hersteller und Verbraucher geworden. Ohne seine Kenntnisse und Fertigkeiten auf den Gebieten der Mikromechanik, Elektrotechnik und Elektronik könnten die Serviceaufgaben im Bereich der Zeitmessung nicht erfüllt werden.
Nach einer stürinischen Entwicklung der Halbleitertechnik auch im Uhrenbau, die eine Massenprodu ' ktion von einfachen digitalanzeigenden Uhren zur Folge hatte, hat sich heute wieder die hochwertige und vom aktuellen Design geprägte Uhr den Markt erobert.
Entgegen allen Erwartungen hat auch die Quarztechnologie die mechanische Uhr nicht völlig verdrängen können. Heute gibt es im mechanischen Bereich wieder zahlreiche Neuentwicklungen, die zusammen mit den antiken und historischen Uhren eine starke Dominanz dieses Uhrentyps in den Werkstätten des Uhrmacherhandwerks ausmachen.
Neben ihrer Funktion als Zeitmesser hat die Uhr als Attribut der Mode eine große Bedeutung erlangt. Die Beherrschung der Uhrentechnik allein reicht also nicht aus, den Uhrenmarkt zu betreuen. Modische Aspekte, denen sich teilweise sogar die Technik unterzuordnen hat, spielen auch im handwerklichen Bereich eine bedeutende Rolle.
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3.1.2 Berufsaussichten
Das Uhrmacherhandwerk und der Uhren- und Schmuckeinzelhandel ergänzen sich. Durch den Uhrenhandel, der den Markt ständig mit neuen, modemen und technisch ausgereiften Uhrenmodellen versorgt, erhält das Uhrmacherhandwerk ständig neue zusätzliche Arbeit. Andererseits jedoch ist auch der Handel mit dem technischen Industrieprodukt Uhr auf Uhrmacher angewiesen, die für Wartung und Reparatur sorgen. So ist für beide Bereiche eine zukunftsträchtige Existenzbasis gegeben.

Alle Hobby-Uhrmacher und Uhrenliebhaber sollten diese Informationen und Anleitungen zum Thema Uhrenreparatur Uhrenbeweger und Uhrenwerkzeug lesen oder herunterladen.