Uhrmacher Werkzeuge

Uhrmacherwerkzeug, Uhrmacher Werkzeug

Sie haben Ihre mechanische Uhr / klassische Armbanduhr zur Reparatur übergeben. Ich weiß, Sie vermissen Ihren gewohnten Zeitmesser sehr. Bitte lassen Sie mir aber etwas Zeit für die Reparatur Ihrer Uhr, damit die Arbeit sorgfältig und mit den erforderlichen Funktionskontrollen durchgeführt werden kann. Nur dann kann ich für die Arbeiten in meiner modern eingerichteten Uhrmacher Werkstatt die volle Reparatur Garantie übernehmen. Für die Übergangszeit werden Sie sicher noch eine Zweituhr besitzen.
 
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Warum blieb Ihre Uhr stehen?
Nun, es können viele Gründe hierfür vorliegen, denn eine Uhr ist eine komplizierte und empfindliche Maschine. Sie besteht aus ca. 100-200 Einzelteilen, je nachdem, ob es sich um eine Quarzuhr, um eine Automatik oder um einen Chronographen handelt. Sie läuft ununterbrochen, Tag und Nacht, ohne Pause und ohne Wartung, in jeder Lage und immer im gleichen Rhythmus. Weder Bewegungen und Stöße noch Temperaturveränderungen können ihren gleichmäßigen Lauf nennenswert beeinflussen.
Wie bei jeder Maschine, so unterliegen auch die beweglichen Teile der Uhr einer Abnutzung. Das hat natürlich Einfluß auf den Gang der Uhr (besonders bei mechanischen Uhren ohne Batterie). Darüber hinaus spielt die Qualität des Uhrenöles eine entscheidende Rolle. Das Öl vermindert die Reibung der gleitenden Teile. Auch hochwertige Spezialöle verbrauchen sich dabei im Laufe der Zeit und "verharzen", wie man sagt. Das gealterte UhrenÖl muß deshalb genau wie beim Auto gelegentlich ausgewechselt werden, denn sonst ist die Bremswirkung des verharzten Öles eines Tages größer als die Kraft der Triebfeder oder Batterie, und die Uhr bleibt stehen.
Im allgemeinen sollte eine General-Überholung in Abständen von ca. 2 Jahren vorgenommen werden, auch wenn die Uhr noch geht.
 
Die Krone zum Aufziehen der Triebfeder oder Zeigerstellen, das Uhrglas und die Federstege als Halter des Uhrbandes am Gehäuse unterliegen dem Verschleiß. Bei der Generalinspektion sollten auch diese Teile geprüft und evtl. ersetzt werden.
 
Sie werden mehr Freude an Ihrer Uhr haben,
wenn Sie sie sorgfältig und der Qualität entsprechend behandeln. Ziehen Sie bitte Ihre Uhr regelmäßig auf, am besten morgens. Mit einer "Automatik" oder "Quarz" ersparen Sie sich natürlich diese Arbeit.
 

Die Automatikuhr / Armbanduhr ist eine Uhr mit technischem Knowhow
Sie zieht sich automatisch auf und geht infolge der gleichmäßigen Antriebskraft genauer als eine normale Uhr. Jede, auch kleinste Bewegung wird zur Spannung der Triebfeder ausgenutzt, und zwar solange, bis eine genügende Gangreserve gespeichert ist. Sie können also am Abend Ihre Automatik beruhigt ablegen, sie hat genügend Kraft gespeichert, um bis zum nächsten Tag zu laufen.
 

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Die "Quarz" läuft mit Ihrer Batterie mindestens 1 Jahr
bei fast gleichbleibender hoher Ganggenauigkeit. Die Lebenszeit einer Uhrenbatterie hängt von Ihrer Kapazität (Speichervermögen für elektr. Energie) und vom Stromverbrauch des Uhrwerkes ab. Wir verwenden natürlich nur Batterien mit der höchsten Speicherdichte und der größten Sicherheit gegen ein Leckwerden. Außerdem hält Ihre Batterie länger, wenn Sie die Uhr vor großer Hitze (Sonneneinstrahlung) und, bei nicht wasserdichten Gehäusen, die Uhr vor Wasser schützen. Bei Uhren mit Zusatzfunktionen (Licht Alarm) sollten Sie diese Funktionen nur benutzen, wenn Sie sie wirklich brauchen. Das Lämpchen in Ihrer Uhr zum Beispiel braucht 1000 mal mehr Strom als das Uhrwerk.

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Noch ein Wort zum Thema Sekundengenau
mechanischen Uhren reparieren,revidieren,
Wenn Sie meine Leistungen beurteilen, dann denken Sie bitte daran, daß der Umgang mit den lupenkleinen Teilen einer Uhr eine komplizierte Sache ist. Das Regulieren der Uhr erfolgt nicht allein durch Verschieben des Rückerzeigers, vielmehr besteht die Kunst des Regulierens darin, die Anzahl der Unruhschwingungen trotz vieler störender Einflüsse konstant zu halten. Es sind die ständigen Lagenveränderungen, Bewegungen und Stöße, Temperaturveränderungen, die Kraftminderung, magnetische und andere Einflüsse, die das Regulieren erschweren.
Meine handwerkliche Kunst wird Ihrer fertig montierten Uhr die optimale Reglage geben, doch muß ich Sie darauf hinweisen, daß eine "Sekunden-Reglage" nur bei sehr guten Präzisionsuhren und Chronometern möglich ist. Normale Gebrauchsuhren müssen sich, je nach ihrer Qualität, mit Minutentoleranzen begnügen.
Mehr Ganggenauigkeit bringt natürlich eine Quarzuhr, bei der die Gangdifferenz je nach Qualität bei wenigen Sekunden im Monat liegt.
Absolute Genauigkeit bieten heute sogenannte Funkuhren, die die Zeit über einen kl. eingebauten Empfänger von der Atomuhr in Braunschweig empfangen.
 

Das sollten Sie von den Leistungen Ihrer mechanischen Uhr wissen!
Die Unruh macht 691.200 Halbschwingungen pro Tag. Das sind 252 Millionen und 288.000 Halbschwingungen im Jahr. Die Unruh dreht sich genau so schnell wie das Antriebsrad einer mit 140 Stundenkilometern fahrenden Schnellzuglokomotive.
Würde man den Unruhreifen anstatt in schwingende in rotierende Bewegung versetzen, so würde er in 1 Jahr einen Weg von 4.000 km zurücklegen. An der Unruhwelle befinden sich am unteren und oberen Ende dünne Zapfen, die bei Armbanduhren oft nur 7-hundertstel Millimeter stark sind, also dünner als ein Frauenhaar. Die Lagersteine für die Radzapfen aus synthetischen roten Rubinen, die in einem komplizierten Schmelz- und Bearbeitungsverfahren hergestellt werden und härter sind als Natur-Rubine. Diese Uhrsteine sind bei Stoß und Schlag bruchgefährdet. Als kleinste Maschine der Welt besitzt die Uhr eine Kraft, die etwa 1/1000 Millionstel Pferdestärke entspricht. Je nach Beruf des Uhrenträgers ist eine Armbanduhr täglich 7.000 bis 41.000 Erschütterungen ausgesetzt.
Zur Anfertigung einer Uhr sind über 1.500 einzelne Arbeitsgänge notwendig. Manche Uhrschrauben sind so klein, daß 50.000 Stück davon in einen Fingerhut passen

Die Reparatur der Armbanduhr
worden, und der Verfasser dankt allen, die durch ihre Zuschriften an der Verbesserung des Inhaltes mitgearbeitet haben. Die Resonanz ist nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Ausland - das Büchlein wurde in die schwedische und norwegische Sprache übersetzt - rege und fruchtbar gewesen; auch die Verbindung mit der Schweiz ist wieder aufgenommen worden. Zahlreiche Kapitel sind neu hinzugekommen, die durch die Weiterentwicklung der Armbanduhr bedingt sind; dafür sind einige, jedoch unwesentliche, Kürzungen vorgenommen worden, um wenigstens etwas Papier für die Erweiterungen frei zu bekommen. Nunmehr behandelt das Büchlein in noch höherem Maße als bisher Sonderfragen der Armbanduhr; weitere Ergänzungen müssen einer späteren Zeit vorbehalten bleiben. Bemerkt sei noch einmal, daß das Buch nicht die
 

 
Äußerlichkeiten
Zuerst Werktisch aufräumen
Zerlegen mit Überlegen
Krone ersetzen
Richtige Größe
Die Krone auf der Welle
Richten der Krone
Staubschutz
Zeiger abheben
Zeiger aufreiben
Reinigen der Metallzifferblätter mit und ohne Gift
Emaillierte Blätter abschleifen und zaponieren
Auffrischen lassen
Ausschnitt anreißen
Stellung der Krone
Pfeiler anlöten
Platz für Steine
 
Unterm Zifferblatt
Der Kupplungsaufzug (à vue)
Zeigerstellung nicht zu schwer, aber mit Sicherheit
Die Aufzugsräder
Die Aufzugswelle
Aufzugswelle anfertigen
Das Viereck
Der Lagerzapfen
Gewinde und Nute
Vollendungsarbeiten
Winkelhebel sehr wichtig
Wippenaufzug
Das Zeigerwerk
Mehr Federung dem Viertelrohr
Gleichmäßige Reibung
Stundenrad nacharbeiten
Wechselradtrieb kürzen
Die Spreizfeder
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Fehler im Werk
Gehäusedruck auf die Unruh
Stützschrauben
Sogar ein Scharnierstift
Zu strenger Gehäuseschluß
Überall prüfen
Für die Klötzchenschraube ein wichtiges Werkzeug
Raumverteilung
Die Regulierscheibchen
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Die Zylinderhemmung
Die Eingriffstiefe: Ruhe
Der Ausschwung
Die Passage
Das Zylinderrad
Der Zylinder
Die Ölung
Ersatz eines Zylinders
Maße zum Eindrehen eines neuen Zylinders
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Die Stiftankerhemmung
Der Gabeleingriff
Der Stiftanker
Das Ankerrad
Die Zusammenarbeit: Rad-Anker
Die Hemmungstiefe
Die Körnerspitzen
Die Ölfrage
 
Die Ankerhemmung
Der Gabeleingriff
Kontrolle in fünf Stellungen
Gabelhorn streift am Rollenhals
Das Sicherheitsmesser
Strecken auf dem Amboß
Strecken mit der Zange
Messen
Gabeleinschnitt polieren
Begrenzungsstift gerade stellen
Das Kleben
Grat am Anker
Die Ankerhemmung
Prüfen des Ankereingriffes
Ruhe
Verlorener Weg
Paletten verschieben
Wenig Schellack
Schellack prüfen
Der Anzug
Stein umlacken
Anker strecken
Steinschleifapparat
 
Das Laufwerk
Baguette-Werke
Zapfen polieren
Die Polierfeilen
Die Wälzmaschine
Stoß und Fall
Zahnfehler
Radstrecken
Flachstrecken schafft mehr
Streckmaschine selbst bauen
Federhaus strecken
 
Die Kraftquelle
Das Federhaus
Federbreite richtig messen
Federstärke
Besonders kräftige Zugfedern
Federzäume
Lagerung des Federhauses
Sitzt der Deckel?
Der Federwinder
Federhaus und Feder prüfen
 
Reinigen und Ölen
Benzin
Reinigungsmaschine oder Seifenlauge
Zusammensetzen
Alles muß frei spielen
Ölen der Deckplatten
Beide Ankerzapfen nicht ölen
Sauberkeit des Öles .
Die Ölgeber
 
Die "Zentrale Sekunde"
Minute im Kraftfluß, Sekunde kraftlos
Sekunde im Kraftfluß Minute kraftlos
Sekunde und Minute im Kraftfluß
Minutenradlager aus zwei Hälften
 
 Zusatzrad zwischen Federhaus und Minutentrieb
Zentrales Minutentrieb ohne Rad im Kraftfluß
Zwei Räder auf einer Achse
Zentrales Sekundentrieb ohne Rad im Kraftfluß
 
Der Armband-Chronograph
Vor dem Zerlegen - überlegen
Die Funktion
Fehler bei der Nullstellung
Der Schaltstern mit Steuersäulen
Der Bremshebel
Die Chronographenradeingriffe
Der Sprung beim Angehen
Die Sportuhr ohne Irrtümer
Ölen des Mechanismus
Aufsetzen der Zeiger
Die Spezialzifferblätter der Chronographen
Telemeter messen Entfernungen durch Schall
Tachymeter messen die Stundengeschwindigkeit
Datumszeiger und Mondphasen
Armbanduhr und Rechenschieber
 
Springende Zahlen
Die Fortschaltung der Stundenzahlen
 
Selbstaufzüge
Schüttelgewicht in der Werkmitte
Die Zeigerstellung
Die weitere Entwicklung
Das Werk bewegt sich im Gehäuse
Aufzug durch die Spannung des Handgelenks
Weitere Selbstaufzugkonstruktionen
 
Steinfassungen
Welches Werkzeug?
Geradestellen
Vorbereiten des Steinfutters
Steinauflage
Ein Kniff
Flacher oder gewölbter Stein?
Der Stich
Verdrücken
Fassung fertig
Im Unruhkloben
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Einpreßsteine
Das Werkzeug
Die Steine zum Einpressen
Einpreßsteine für die Reparatur
Höhenluft - leicht berichtigt
 
Unruhwelle und Unruh
Die Unruhwelle
Hebelscheibe abschlagen
Das unfehlbare Mittel
Vernietung abdrehen
Die Stichel
Spitzen oder Spindelstock?
Material
Unruhansatz
Spiralrollenansatz
Scharfe Ecken
Mikrometer und Zehntelmaß
Die Fühlerlehre
Oben fertig drehen
Hinter dem Unruhteller messen
Sicheres Drehen
Spezialbrosche
Die Konstruktion
Die Anfertigung
Exzentrisches Drehen
Zapfendrehen bis ans Ende
Trichterscheibe
Die Mitnehmerfrage
Wenn die Welle poliert ist
Mitnehmer für den Rollierstuhl
Die Unruh auf der Welle
Der Rundlaufzirkel
Wie richten?
Im Eingriffzirkel
Wie prüfen?
Kompensation unter den Fingern
Werkzeuge zum Richten
Biegung oder Knick?
Vom Schenkel ausgehen
Strecken der Schenkel
Der letzte Schliff
Ein Spezialwerkzeug
Unruh reinigen mit der Rotbürste
In Zyankali tauchen
 
Die Stoßsicherung der Unruhlagerung
Parabelzapfen und Werkfederung
Der "lncabloc"
Das System "Choc-resiste"
Die Konstruktion "Wyler"
 
Regulieren
Schwerpunkt?
Das Nachgehen in senkrechter Stellung
Unruh beschweren
Unruh erleichtern
Unruh einsetzen
Werk senkrecht
Reibung vermindern
Nacharbeit an den Lochsteinen
Vorregulieren außerhalb des Gehäuses
Regulieren
Punkt auf Sekundenrad
Abhorchen
Ausrechnen der Abweichung
Die Abhorchuhr
Wie sie aussieht
Die Schnellschwinger
Spezial-Abhorchuhren
Außergewöhnliche Laufwerksberechnungen von Armbanduhren
Laufwerk nachzählen
Magnetismus
Wie feststellen?
Kompaß anfertigen
Entmagnetisieren
 
Wasserdichte Armbanduhren
Entwicklung
Die verschiedenen Konstruktionen
Schließen nach der Reparatur
Vor dem Schließen Uhr erwärmen
Die Prüfung
Wenn die Uhr ertrunken ist
 
 
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Uhrmacher Werkzeug, Uhrmacherwerkzeug,

Die Reparatur der Armbanduhr   zurück zum Inhalt
Es muß einmal gesagt werden...
 
Allgemein heißt es, die Armbanduhren sind die Schmerzenskinder des Uhrmachers. Und dann sind die schlechten Qualitäten daran schuld, daß die Zeitmeßmaschinen ihren Dienst nicht tun. Gewiß, es gibt viele verbaute Kaliber, besonders bei den allerkleinsten Werken, die außerordentliche Mühe machen, sich den Lebensodem einhauchen zu lassen. Aber dann müßten doch wenigstens die guten Uhren ein Lichtblick sein? Großenteils sind sie es auch. Aber wie sehen sie aus, wenn sie ein- oder mehrmals von ungeschickten Händen repariert sind? Wie kommt es, daß solche Uhren nach der Reparatur auch noch Fehler machen? Die minderwertige Qualität kann doch hier nicht als Ausrede gelten!
 
Aber da sind es oft Kleinigkeiten, die die Unzufriedenheit der Kundschaft hervorrufen und die bei ein wenig mehr Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit hätten vermieden werden können. Wie häufig, kommt es vor, daß sich die Aufzugwellen ganz herausziehen lassen. Mancherlei Ursache kann dies haben, aber eine schlotternde Welle führt früher oder später bestimmt dahin. Wenn nun der Uhrmacher diesen Fehler mit seinen Folgen erkennt, wird er die zu dünne Welle ersetzen, ohne daß es von dem Kunden bestellt ist?
 
Nein, er wird an den Knöpfen abzählen, ob es nicht doch ohne diese Neuarbeit geht! Bitte, es ist tatsächlich vorgekommen! Der Kunde kann natürlich nicht wissen, wie es um die inneren Teile seiner Uhr bestellt ist, dazu ist der Fachmann da! Von allen Seiten bekommt der Kunde zugerufen: Achte auf das Fachzeichen der Uhrmacher! Es ist die größte Pflicht aller Uhrmacher und mehr als Selbsterhaltungstrieb, dieses Zeichen zu einem wahren Gütezeichen zu machen!
 
Wenn jemand mit solchem Widerstreben an die Arbeit geht, wie eben geschildert, dann wird nicht nur die Aufzugwelle der leidtragende Teil sein! Jede Arbeit, die nur einigermaßen den schematischen Gang der "flotten Reinigung" unterbricht, wird in dieser Weise behandelt werden mit dem Erfolg, daß "es noch mal so geht".
 
Betrachtet man aber jede Neuarbeit als Gelegenheit zum Üben, dann wird sich in solchen Arbeiten bald eine gewisse Gewandtheit einstellen, die als Folge eine immer kürzere Arbeitszeit mit sich bringt.
 
In einer großen Werkstatt, in der der Werkstattleiter jede Uhr prüft, wird sich der Gehilfe viel mehr zusammennehmen und solche Mängel an einer Uhr nicht belassen. Denn unweigerlich wird er die Uhr zurückbekommen. In der kleinen Werkstatt aber, wo der Alleingehilfe Alleinherrscher ist oder auch der Chef allein arbeitet, da fehlt die Kontrolle des fremden Auges, der Autorität, und die menschliche Bequemlichkeit führt sicher oft genug dazu, daß manches nicht so gemacht wird, wie es hätte sein müssen, wenn eine strenge Kontrolle gefolgt wäre.
 
In solchen Fällen ist Selbstzucht erforderlich, um standhaft zu bleiben. Man mache sich zum Grundsatz, jede Arbeit ein wenig besser auszuführen, als sie verlangt wird. Und wenn das Gewissen sich meldet und fragt: Sollst du oder sollst du nicht? Dann lieber die Zeit noch aufwenden und die Arbeit ordentlich machen. Der Kunde wird Sie belohnen, wenn er Ihnen sagen kann "So gut ging meine Uhr noch nie, Sie werden in mir einen dankbaren Kunden haben."
 
 
 
 
 
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Äußerlichkeiten
 
Zuerst: Werktisch aufräumen!   zurück zum Inhalt
 
Bevor wir an die Arbeit gehen, wollen wir uns zwei Werktische ansehen. Man sagt der Armbanduhr nach, daß sie die Uhrmacher nervös macht. Eine reine Freude ist sie auch wirklich nicht, aber macht man sich das Leben am Werktisch nicht noch mehr zur Qual, wenn man seinen Platz so unaufgeräumt wieder einnimmt? Ist nicht zwischen zwei Reparaturen immer soviel Zeit, den Werktisch wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen? Ist etwa Zeit gespart, wenn man lange unter den Werkzeugen herumkramen muß, um dieses oder jenes Stück zu suchen ... nicht zu finden.
 
 
 
Abb. 1. Werktisch so---
 
 
 
Abb. 2. ---oder sooo!
 
 
 
Zerlegen mit Überlegen!
 
Nun wollen wir unsere Armbanduhr zerlegen. Dabei müssen wir sorgfältig vorgehen, denn durch das Entdecken des wahren "Steh- Fehlers" können wir uns im Verlauf der Reparatur viel Zeit sparen. Der erste Griff gilt ohne weiteres der Krone; ein Uhrmacher kann bekanntlich keine Uhr in die Hand nehmen, ohne sie aufzuziehen. Dabei merken wir sofort, ob die Größe und der Abstand der Krone vom Gehäuse richtig ist.
 
Krone ersetzen?  zurück zum Inhalt
 
Wenn eine Krone abgenutzt und nicht mehr recht "griffig" ist, sollten Sie sie unbedingt ersetzen. Von diesem Umstand hängt nicht nur der sichere, sondern vor allem der vollständige Aufzug durch den Kunden und die Kundin ab. Und wieviel Kundinnen sind schon zu Ihnen ins Geschäft gekommen, denen Sie erst einmal lehren mußten, eine Uhr aufzuziehen? Solche abgenutzten Kronen machen ängstlich. Die Mehrkosten für eine neue Krone?- Pfennige!
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Richtige Größe!
 
Eine zu kleine Krone wie bei a in Abb. 3 kann von den am Gehäuse vorbeigleitenden Fingern schlecht gegriffen werden.
 
Die zu große Krone b drückt schmerzhaft auf die Haut des Kunden. Sie ist ebenso wie die zu weit abstehende Krone c mehr als eine andere der Bruchgefahr ausgesetzt, während sich die zu dicht angeschraubte Krone d bei der Zeigerstellung nur schwer herausziehen läßt.
 
 
 
Abb. 3. Die richtige Größe der Krone und ihr Abstand
 
Die Krone auf der Welle!   zurück zum Inhalt
 
Selbstverständlich muß in jedem Fall die Aufzugwelle bis auf den Grund des Gewindeloches der Krone eingeschraubt sein. Im Notfall werden kleine, an beiden Seiten flache Metallstücke eingelegt, die man von entsprechend starken Messingdraht mit einer Schraubenkopffeile abtrennt. Die Aufzugwelle muß oben abgeflacht sein, damit sich beide Teile - Krone und Welle - gegeneinander festschrauben können. Ist das nicht der Fall, so kann sich die Krone beim Rückwärtsdrehen - man denke an ein etwas streng gehendes Zeigerwerk - leicht abschrauben.
 
Richten der Krone!
 
Sehr unangenehm ist es, wenn die Krone auf der Welle nicht rund oder vielmehr nicht flach läuft. Mit äußerster Vorsicht läßt sich die Krone richten, wenn man die Welle so weit wie nur irgend möglich in die Spannzange des Spindelstockes spannt. Meistens ist es auch möglich, den Butzen der Krone mit einzuspannen. Durch langsames Drehen wird die zu richtende Stelle der Krone ausgesucht. Gegen diesen Punkt legen wir einen Bürstenstiel flach an - zur Schonung der Kronenpolitur &emdash; und schlagen auf die andere Seite des Bürstenstiels mit einem leichten Hammer vorsichtig, doch immerhin etwas energisch. Der Messinguntergrund der Krone ist weich genug, um nachzugeben, so daß der Welle nichts geschieht. Mit einem Holzhammer ist es natürlich noch einfacher!
 
Staubschutz!   zurück zum Inhalt
 
Der Durchlaß für die Krone im Gehäuse ist meist viel zu groß, so daß hier der Staub ungehindert eindringen kann. Ein einfacher Weg, diesem Übel abzuhelfen, ist ein Futter, das fest auf den Kronenbutzen aufgeschlagen und auf die richtige Stärke abgedreht wird. Großuhrfutter eignen sich sehr gut für diesen Zweck.
 
Ferner gibt es fertige Kronenabdichtungen, die lose auf die Welle gesteckt werden. Sie haben einen Ansatz, der sich im Gehäuse festhält, also nicht etwa in die Krone geschoben wird, wie man häufig sieht (d in Abb. 6).
 
 
 
Zeiger abheben
 
Das war nun also das, was uns außerhalb des Gehäuses zu beschäftigen hatte. Um an das Werk zu gelangen, müssen wir zunächst die Zeiger abheben. Am sichersten geht das mit zwei kleinen Stahlhebeln, die unter den Stundenzeiger geschoben werden und mit denen man beide Zeiger zugleich abhebt (Abb. 4). Zur Schonung des Zifferblattes legen wir eine kleine Zelluloidplatte mit einem keilförmigen Einschnitt unter die Zeiger. Sehr praktisch geht es auch mit einem Stück Seidenpapier, das man über die Zeiger deckt. Mit den beiden Stahlhebeln greift man durch das Papier hindurch unter die Zeiger und hebt nun ab. Das darüberliegende Papier verhindert das Fortspringen der Zeiger. Und der Sekundenzeiger: man hebt ihn mit dem Blatt selbst von seinem Zapfen!
 
 
 
Abb. 4. Abheben der Zeiger
 
Zeiger aufreiben   zurück zum Inhalt
 
Für die Bearbeitung der kleinen Zeiger ist eine Zange recht brauchbar, die aus einer alten Kornzange hergestellt wird. Mit den vorderen Einschnitten lassen sich die Sekundenzeiger - wie bei Abb. 4 a - und auch ganz kleine Armbanduhrzeiger sehr sicher zum Aufreiben festhalten. Die Einschnitte an der Längsseite der Zange dienen dazu, mit ihren scharfen Kanten Minutenzeiger und Stundenzeiger einzuspannen (Abbildung 4b und c).
 
 
 
Die praktische Zeigerzange
 
Auch hier geht das Aufreiben ohne Bruchgefahr vonstatten. Zweckmäßig ist es, größere Löcher nicht aufzureiben, sondern mit einer feinen Rundfeile aufzufeilen, um dann erst mit einer Reibahle das Loch genau passend zu machen.
 
Reinigen der Metallzifferblätter mit Gift...
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Oft sind die Metallzifferblätter stark angelaufen. Das einfachste Mittel ist wohl die Reinigung mit Zyankali oder dem Spezialmittel "Mezirel" das jedoch kein richtiges Abtrocknen zuläßt. Die nur aufgedruckte.n Zahlen sind sehr empfindlich, und besonders Spiritus - den man gern zur schnelleren Trocknung von Uhrenteilen benutzt - ist ein Todesmittel für die schwarze Farbe. Auch Zaponlack oder Azeton dürfen nicht auf bedruckte Zifferblätter gebracht werden.
 
...und ohne Gift   zurück zum Inhalt
 
Ein harmloses Mittel dagegen ist der "Cremor Tartari", das in den Drogerien für wenig Geld erhältlich ist. Man benutzt es mit Speichel oder Wasser und reibt vorsichtig mit der Fingerspitze oder mit Holundermark. Bei den Reliefblättern ist es sehr zweckmäßig, eine kleine Bürste zu benutzen, um bis an die scharfen Kanten der vorstehenden Striche oder Zahlen zu gelangen. Die polierte Oberfläche der Reliefzahlen läßt sich durch sanfte Striche mit der Lederfeile blank machen.
 
Emaillierte Blätter...   zurück zum Inhalt
 
Sehr feine Uhren haben häufig ein Emailzifferblatt. Das heißt, die Zahlen und Striche sind nicht aufgedruckt, sondern eingraviert und mit Emaille ausgefüllt. Diese Blätter sind unverwüstlich, und ihre Reinigung kann ohne große Vorsicht mit allen Mitteln geschehen. Probieren Sie aber sicherheitshalber mit einem Stichel an einer unauffälligen Stelle, ob die Schwärze nicht nur über dem Blatt, sondern auch im Zifferblatt ist.
 
...abschleifen...
 
Wenn bei einem solchen emaillierten Blatt gar nichts mehr hilft, kann sogar zum feinen Schmirgelstrich gegriffen werden, der einem Silberblatt ein sehr gutes Aussehen gibt. Sekundenblätter sind allerdings selten emailliert, so daß hier Vorsicht am Platze ist.
 
...und zaponieren...   zurück zum Inhalt
 
Nach einem solchen Abschleifen muß das Blatt wieder zaponiert werden, um es vor den Einflüssen der Luft zu schützen. Vorsichtig wird es an den Pfeilern gehalten, und mit einem reinen Lappen streicht man den Zaponlack recht schnell auf. Zu achten ist dabei auf sofort gleichmäßig geraden Strich, denn Nachbessern führt selten zum Ziel und verdirbt wieder alles. Zum Trocknen legt man das Blatt staubfrei unter eine Glasglocke, da die darauffallenden Staubfaserchen natürlich kleben bleiben würden und ihre Entfernung den Zaponschutz an dieser Stelle unterbricht.
 
Auffrischen lassen!
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Nicht immer läßt sich ein Blatt in unserer Werkstatt wieder ansehnlich herrichten, doch dann kann die Fabrik helfen! Sie hat eine große Anzahl von Stempeln, um den Aufdruck in der ursprünglichen Weise vorzunehmen. - Aber das Blatt muß ja vorher abgeschliffen, frisch vergoldet oder versilbert werden! Woher soll der Arbeiter dann noch wissen, wie er den Aufdruck vornehmen muß? Sich nur nach dem Mittelloch zu richten, geht wahrlich nicht gut, denn daß ein Armbanduhrblatt zentrisch zum Werk oder das Loch im Blatt zentrisch zur Zifferblatteinung sitzt, wird wohl niemand behaupten wollen. Und bei den Zifferblättern, deren Minutenteilung dicht am Ausschnitt des Glasrandes liegt, ist die genaue Parallelhaltung Erfordernis, um nicht einen häßlichen Eindruck zu machen. Das Geradestellen des Zifferblattes ist aber keine sehr angenehme Arbeit, und sie ist ja auch zu vermeiden.
 
Ausschnitt anreißen  zurück zum Inhalt
 
Es ist nämlich nur nötig, das Glas aus dem Gehäuse zu nehmen, das Werk einzusetzen und auf dem Blatt den Ausschnitt des Glasrandes mit dem Kratzer nicht zu vorsichtig, aber auch nicht zu stark anzureißen (Abb.5). Die Linie muß immerhin tief genug sein, damit sie nicht beim Abschleifen des alten Blattes verschwindet. Diese kleine Mühe macht sich durch die unbedingte Sicherheit, daß das Blatt dann gerade sitzt, mehr als bezahlt.
 
 
 
Abb. 5. Anreißen des Zifferblattausschnittes
 
Stellung der Krone
 
Auch auf die Stellung der Krone ist zu achten, wozu oft schon von der Fabrik her ein kleines Dreieck in den Blattrand gefeilt ist. Ist das nicht der Fall, so kennzeichnet man den Platz der Krone mit einem einzigen Feilstrich. Das verhindert, daß das Blatt verkehrt herum aufgedruckt wird, wenn kein Sekundenblatt vorhanden ist.
 
Pfeiler anlöten  zurück zum Inhalt
 
Das Anlöten eines Zifferblattpfeilers begegnet bei den Metallzifferblättern durch ihre Empfindlichkeit gegen Hitze einigen Schwierigkeiten, doch kann man bei vorsichtiger Handhabung des Lötkolbens diese Arbeit recht sauber ausführen. Hierbei ist es zweckmäßig, den neuen Fuß erst nach dem Löten vom Kupferdraht abzutrennen, damit man bei der Lötung in der Lage ist, die senkrechte Stellung des Fußes mit dem langen Draht zu kontrollieren. Bei der Neuanfertigung eines Zifferblattes ist das Anlöten der Füße ja nicht so schwierig.
 
Platz für Steine
 

Uhrmacher Werkzeug, Uhrmacherwerkzeug,
Bei Brillantuhren sind die vorstehenden Spitzen der Steine manchmal eine Ursache des Stehenbleibens der Uhr durch unerklärlichen Gehäusedruck. Dann müssen Sie für die Steinspitzen ausreichend Platz schaffen. Geben Sie an die verdächtigen Spitzen Pariserrot, das sich auf dem Blatt dann abzeichnet. Durch Ausfeilen oder Aussenken ist schnell Platz geschaffen. Zum Schutz gegen das Eindringen von Staub wird die Rückseite der Steine mit Zaponlack abgedichtet, auch wenn dadurch das Feuer der Steine etwas leidet! In gleicher Weise oder mit "Hörlin" werden dünne Stellen und Ecken der Gehäuse behandelt, die sich besonders am Glasrand zeigen.

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